Der besondere Kommunikationskanal Ton
In der professionellen Tongestaltung wird Wissen vor allem mündlich und praxisnah weitergegeben. Schriftliche Untersuchungen dazu, warum Menschen bestimmte Klänge als passend zu einem Bild oder Produkt erleben, sind dagegen selten. Dabei stellen sich wichtige Fragen: Was ist bei der Konzeption und Produktion von Ton grundlegend zu beachten? Weshalb wirken manche audiovisuellen Werke besonders eindrücklich, während andere kaum berühren? Und warum erscheinen einige tönende Gegenstände kraftvoll oder authentisch, während andere wenig überzeugen?
Was Klangwahrnehmung prägt
Eine im Buch vorgestellte empirische Studie bestätigt, was viele erfahrene Sounddesignerinnen und Sounddesigner aus der Praxis kennen: Ton besitzt eine besondere immersive Kraft. Er wirkt nicht nur begleitend, sondern eröffnet einen eigenen Kommunikationskanal, der Gefühle, Erwartungen und räumliche Eindrücke verstärkt. Dadurch entsteht ein Wahrnehmen, das Bild und Klang nicht getrennt, sondern als Einheit erfasst.
Authentizität im digitalen Wandel
Die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz beeinflussen diese Arbeit zunehmend. Beide können kreative Prozesse erleichtern, etwa durch schnellere Experimente oder präzisere Klanganalysen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwiefern digitale Werkzeuge eine als authentisch empfundene akustische Wahrnehmung unterstützen oder möglicherweise verfälschen. Entscheidend bleibt die gestalterische Kompetenz: das feine Gespür dafür, welche Klänge ein Erlebnis vertiefen und welche es stören.
Ganzheitliches Erleben schaffen
Erfolgreiche Tongestaltende – ob Sounddesigner, Produktgestalterinnen oder Komponisten – schaffen letztlich etwas Neues: Sie erweitern das visuelle Erleben um ein bewusst gestaltetes akustisches Geschehen. So entstehen Klangwelten, die nicht nur begleiten, sondern das gesamte Wahrnehmungserlebnis formen.
Aus dem Inhalt
- Wahrnehmung und qualitative Beurteilung
- Sounddesign in der Anwendung
- Empirische Untersuchung und Interpretation
- Fundierte Grundsätze für die Audiogestaltung
Wer hat's geschrieben?
Prof. Dr. Maximilian Kock ist Professor für Audioproduktion in den Studiengängen Medienproduktion und Medientechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden. Gleichzeitig ist er im Verband Deutscher Tonmeister (vdt) als Leiter des Referats für Aus- und Weiterbildung tätig.

